
Aus der Geschichte

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Chronologische Tabelle |
1549 — In Wien wurden die Reisenotizen „Rerum moscovitarum commentarii“ von Gerberstein herausgegeben - auf Deutsch 1557 „Beschreibung Moskaus“. Das Buch, in dem die „deutschen Söldner“ in russischem Dienst erwähnt werden, wurde zu einem beispielhaften Werk für die politische Landeskunde Russlands.
1652— Gründung der „Deutschen Sloboda (Siedlung)“ in Moskau.
1703 — Gründung Sankt Petersburgs.
1727 — „St. Petersburgische Zeitung“— erste deutsche Zeitung Russlands (wurde 1916 verboten, wird seit 1991 erneut herausgegeben).
1763, 22. Juli — Manifest der Zarin Katharina II(1762-1796). Es werden Ausländer zur Übersiedlung nach Russland eingeladen.
1764, 19. März — Kollonialkodex, Bestätigung eines ländlichen Status für die Kollonien.
1765 — Gründung der Hernhuter Gemeinde in Sarepta (Wolgagebiet).
1773 — Gründung der Diözese Mogilev mit Residenz in Sankt Petersburg für alle Katholiken Russlands.
1774 – 1792 — Russland erwirbt in zwei Kriegen mit der Türkei die ganze Schwarzmeerküste zwischen Dnestr und Kuban, einschließlich der Krim (Taurien und Noworossia).
1789 , Juli — Gründung von Chortiza, der ersten Siedlung der Mennoniten im Süden Russlands am Dnepr, man nennt sie die „alte Kollonie“.
1794 — Gründung der Hafenstadt Odessa.
1800, 6. September — Privilegien Pavel I (1796-1801) zu Gunsten der Mennoniten.
1804, 20. Februar — Manifest Alexander I (1801-1824). Einladung von Deutschen zur Übersiedlung in die Schwarzmeerregion.
1804-1824 — Gründung vielzähliger Kollonien in der Schwarzmeerregion durch Übersiedler aus Süddeutschland, aus Danzig und Westpreußen.
1938, 9. November — Nikolai I (1825-1855) bestätigt die Privilegien der Kollonisten.
1842 — In ganz Russland Kodifizierung aller Freiheiten, Rechte und Pflichten der Kollonisten bei Erhalt der Staatsbürgerschaft.
1847, 3. August — Konkordat zwischen Russland und dem Papst in Rom; Gründung der katholischen Diösese Tiraspol mit Stationierung in Cherson/Saratow.
1863 — Gründung der Zeitung «Odessaer Zeitung».
1871, 4.-16. Juli — Aufhebung des Kollonialstatus der Kollonisten (Abschaffung der Selbstverwaltung).
1874 — Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Für Mennoniten – Dienst in Forstrevieren. Beginn der Emigration nach Nord- und Südamerika.
1879, 7. Oktober — Deutsch-Österreichisches Bündnis. Folge: Verschlechterung der Lage der Deutschen in Russland.
1881, 13. März — Ermordung Alexander II, Zar wurde Alexander III (1881-1894). Beginn der Russifizierung.
1881, 24. Mai — Einweihung der katholischen Kathedrale in Saratow.
1904-1905 — Russisch-Japanischer Krieg. Die Niederlage Russlands führt zu einer teilweisen Liberalisierung des Landes. Wirtschaftlicher und kultureller Aufstieg in den deutschen Kollonien.
1908 — Es entstehen kompakte deutsche Siedlungen in der Kulundinsker Steppe.
1914, 1. August — Beginn des ersten Weltkrieges, 300 000 Deutsche dienen in der russischen Armee. Ungeachtet dessen werden die „einheimischen Deutschen“ zu Feinden des russischen Imperiums erklärt.
1915, 27.Mai — Deutsches Pogrom in Moskau. Viele Geschäfte wurden ausgeraubt, 40 Deutsche wurden verwundet, drei getötet.
1915, 2. Februar und 13. Dezember — Gesetze über die Liquidation. Der deutsche Landbesitz in einem Streifen von 150 km bis zur Westgrenze und in der Schwarzmeerregion wird liquidiert. Im Weitern war die Ausweitung dieses Gesetzes auf andere Gebiete, sogar bis an den Ural, vorgesehen.
1917, 15. März — Abdankung Nikolai II (Februarrevolution). Bald daruaf Außerkraftsetzung der Gesetze über die Liquidation.
1917, vom 20. bis 23.April — Erster allgemeiner Kongress der Deutschen Russlands. Gründung des Zentralkomitees aller Deutschen Russlands.
1917, 7. November (25. Oktober) — Bolschewistische (Oktober-) Revolution.
1918, 3. März — Frieden von Brest-Litowsk. Klausel über die Repatriierung der Deutschen aus Russland.
1918, 19. Oktober — Der Rat der Volkskommissare Russlands verkündigt in seinem Dekret die Gebietsautonomie der Deutschen in der Wolgaregion („Trudowaja Kommuna“ – Arbeitskommune).
1923, 16. Mai — Gründung der Allrussischen landwirtschaftlichen Gesellschaft der Mennoniten (A.N.L.V.).
1924, 6. Januar — 20. Februar — Gründung der Autonomen sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) der Wolgadeutschen. Hauptstadt ist Engels (Pokrowsk).
1921 – 1927 — Neue Ökonomische Politik (NÖP). Zeitweiliger Aufstieg in den deutschen Kollonien.
1927 — Letzte Kompaktansiedlung am Amur gegründet.
1928 — Beginn der Kollektivisierung, Entkulakisierung und Schließung der Kirchen.
1929, November/Dezember — Ungefähr 14000 Deutsche fuhren mit ihren Familien nach Moskau in der Hoffnung eine Erlaubnis auf Ausreise zu erhalten. Nach langwierigen Gespächen werden 5671 Personen in Deutschland aufgenommen, aber das ist nur eine Zwischenstation für ihre weitere Übersiedlung nach Nord- und Südamerika. Alle anderen werden gewaltsam und unter unmenschlichen Bedingungen in ihre ehemaligen Aufenthaltsorte zurück geschickt.
1938 — In allen deutschen Schulen, außer in der ASSR der Wolgadeutschen, wird als Hauptunterrichtssprache die russische oder ukrainische Sprache eingeführt.
1938-1939 — Abschaffung aller deutschen autonomen Gebiete außerhalb der ASSR der Wolgadeutschen.
1939, 23. August — der Deutsch-Sowjetische-Nichtangriffspakt wurde unterschrieben.
1939, 1. September — Beginn des Zweiten Weltkrieges (1939-1945).
1941, 22 Juni — Beginn des Krieges zwischen Deutschland und der Sowjetunion.
1941, von Juli bis Dezember — Deportation aller Deutschen aus den Westregionen der UdSSR (Krim, Schwarzmeerregion-Krimteil).
1941, 25. August — Die deutschen Truppen nahmen Dnepropetrowsk ein, die Russlanddeutschen der westlichen Dnepr-Region entrinnen zeitweilig einer Deportierung.
1941, 28. August — Dekret über die Übersiedlung der Deutschen der Wolgaregion. Beginn der Deportationen nach Sibirien und Mittelasien.
1944, 10. April — Die sowjetischen Truppen haben Odessa eingenommen. Ungefähr 350 000 Russlanddeutsche werden nach Wartegau umgesiedelt, wo sie die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten.
1945, 12. Januar — Beginn der sowjetischen Winteroffensive. Viele Deutsche retten sich durch Flucht.
1945, 8. Mai — Bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Massendeportierungen der Russlanddeutschen aus allen Besatzungsgebieten nach Sibirien und Mittelasien.
1948, 26. November — Erlass eines Dekrets des Obersten Sowjets: Exil auf „alle Zeiten“; bei Verlassen der Ansiedlungsorte ohne Erlaubnis 20 Jahre Zwangsarbeit.
1949, 23. Mai — Gründung der Bundesrepublik Deutschland.
1955, 22. Februar — Nach Beschluss des Bundestages werden die Staatsbürgerschaften anerkannt, die während des Krieges erworben wurden.
1955, 9. -13. September — Besuch des Kanzlers in Moskau.
1955, 13. Dezember — Dekret des Obersten Sowjets „Über die Unterbindung von Einschränkungen in ihren Rechten der Deutschen und ihrer Familienmitglieder, die sich in der Zwangsumsiedlung befinden“ (ohne Rückgabe des beschlagnahmten Eigentums), Verbot der Rückkehr in die ehemaligen Heimatsiedlungen.
1957 — Herausgabe der ersten deutschen Zeitung von zentraler Bedeutung. Im diesem Jahr folgte die „Freundschaft“ – Wochenzeitung der deutschen Bevölkerung in Kasachstan (Heute „Deutsche Allgemeine Zeitung“).
1958, 8. April — Deutsch-sowjetische Vereinbarung über die Familienzusammenführung und über die Zusammenarbeit der Gesellschaften Rotes Kreuz beider Staaten.
1959, 24. April — Deutsch-sowjetischer Vertrag über die Familienzusammenführung.
1964, 29. August — Erlass über eine teilweise Rehabilitation der Wolgadeutschen und der Außerkraftsetzung des Deportationserlasses vom 28.08.1941 (dehnte sich auch auf die anderen Deutschen in der UdSSR aus).
1966, 19. Dezember — Internationaler Vertrag über die Bürgerrechte und die politischen Rechte. Recht auf freie Ausreise und Garantie des Schutzes der nationalen Minderheiten. Die UdSSR ratifizierte diesen Vertrag erst am 23.03.1973.
1970, 12. August — Unterzeichnung des Moskauer Vertrages zwischen der BRD und der UdSSR über einen gegenseitigen Gewaltverzicht. Die Zahl der Aussiedler wächst.
1972, 3. November — Durch einen Erlass wurde die freie Wahl des ständigen Wohnsitzes für die Deutschen angeordnet, aber in der UdSSR wurde der Erlass nicht veröffentlicht.
1975, 1. August — Unterzeichnung des Abkommens von Helsinki. Weitere Zunahme der Zahl der Übersiedler, aber nur für eine kurze Zeit. (Unterer Spitzenwert 1985 – 460 Personen).
1979 — Versuch, eine Autonomie in Kasachstan zu gründen.
1981 — Deutsches Schauspieltheater gegründet (anfangs in Temirtau, später in Alma-Aty).
1986, 28. August — Neues Gesetz über die Aus- und Einreise von Personen erleichtert die Familienzusammenführung. Die Zahl der Ausreisenden wächst.
1989, Ende M ä rz — Gründung der Gesellschaft „Wiedergeburt“. Ihr Hauptziel: Wiederherstellung der Republik der Deutschen an der Wolga. Im Wolgagebiet Proteste der Öffentlichkeit gegen die Rückkehr der Deutschen.
1990, 1. Januar — Gesetz über die Ausreise nach Deutschland (EAG). Anträge auf Übersiedlung dürfen nur aus dem Land des ständigen Wohnsitzes gestellt werden.
1990, 1. Juli — Gesetz über die Aufnahme von Übersiedlern. Die Einreichung der Dokumente kann nur über den ständigen Wohnsitz erfolgen.
1991, 1. Juli — Wiederherstellung des 1938 abgeschafften deutschen Nationalkreises Halbstadt (Nekrasowo) im Altai.
1992, 18. Februar — Beschluss des Obersten Sowjets der UdSSR über die Gründung des deutschen Nationalkreises Asowo im Gebiet Omsk.
1992, 21. Februar — Dekret B. Jelzins über die Gründung eines Kreises und eines Bezirkes im Saratower und Wolgograder Gebiet.
1992, 10. Juli — Vereinbarung zwischen Deutschland und Russland über eine etappenweise (4 – 5 Jahre) Wiederherstellung der Republik der Wolgadeutschen.
1992, August — Nach Resultaten einer Umfrage ist die Mehrheit der Bevölkerung des Gebietes Saratow gegen die Gründung einer deutschen Autonomie. (In ländlichen Gegenden bis zu 80 %).
1993, 1. Januar — Annahme des Gesetzes über die Liquidation von Kriegsfolgen (KfbG). Bedeutende Kürzung der Hilfe für die Übersiedler und Festsetzung einer Quote für die Einreise von bis zu 200 000 Personen pro Jahr.
1993, 26. - 28. Februar — Der III. Kongress der Deutschen der ehemaligen UdSSR fasst einen Beschluss: Bildung eines Zwischenstaatlichen Rates der Russlandeutschen, Durchführung eines gesamtnationalen Referendums/Wahl des Volksrates (Volkstages) der Russlanddeutschen (als Vorparlament).
1993, 15. Dezember — Erlass des Präsidenten der Russischen Föderation „Über die Schaffung der gesellschaftlich-staatlichen Stiftung „Russlanddeutsche“.
1996, 1. M ä rz — Annahme des 2. Gesetzes über die Zuweisung eines Wohnortes.
1997, M ä rz — Gründung der Jugendvereinigung der Russlanddeutschen „Jugendring“.
1997, April — Wiederaufnahme der Herausgabe der „Moskauer Deutschen Zeitung“.
1997, 8. Juli — Annahme einer Verordnung der Regierung der Russischen Föderation „Über das föderale zweckgebundene Programm der Entwicklung der sozial-ökonomischen und kulturellen Grundlage des Wiederauflebens der Russlanddeutschen für die Jahre 1997 – 2006.
1997, September — Eröffnung des Deutsch-Russischen Hauses in Moskau.
1997, 18. -19. Dezember — Es fand der Gründungskongress der Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen statt.
1998 — Die evangelisch-lutherische Peter- und Paulskirche in Moskau wird wieder eröffnet.






